Universität Zürich unterzeichnet die Barcelona-Erklärung zu offenen Forschungsinformationen
Im August 2025 unterzeichnete die Universität Zürich (UZH) die Barcelona-Erklärung zu offenen Forschungsinformationen.
Die Barcelona-Erklärung wurde von mehr als 25 Expert:innen für Forschungsinformationen erarbeitet und erstmals im April 2024 veröffentlicht. Sie zielt darauf ab, sicherzustellen, dass bibliografische Metadaten wie Titel und Zusammenfassungen sowie andere forschungsbezogene Informationen via offene Infrastrukturen für die Wissenschaft frei zugänglich sind.
Die UZH ist die erste Universität in der Schweiz, die die Erklärung unterzeichnet hat, und schliesst sich damit zwei anderen Schweizer Organisationen an, nämlich dem CERN und dem Swiss Reproducibility Network.
Mit der Unterzeichnung positioniert sich die UZH international neben führenden Universitäten und Forschungseinrichtungen und signalisiert ihre Unterstützung für offene, transparente und verantwortungsvolle Praktiken in der Forschung.
Warum offene Forschungsinformationen?
Die Barcelona-Erklärung adressiert die Herausforderungen geschlossener, proprietärer Forschungssysteme, die häufig den Zugang zu Forschungsinformationen einschränken und Transparenz verhindern. Forschungsinformationen – wie Metadaten zu Publikationen, zu Forschungsdaten, Software, Finanzierung und zu Institutionen – spielen eine zentrale Rolle dabei, wie Forschung bewertet, finanziert und genutzt wird.
Wenn Forschungsinformation hinter Plattformen, die von kommerziellen Interessen getrieben werden, eingeschlossen sind, leidet die Transparenz. Bestimmte Regionen und Sprachen werden ausgeschlossen – und Entscheidungen können voreingenommen oder schlecht informiert ausfallen.
Im Gegensatz dazu will die Barcelona-Erklärung erreichen, dass forschungsbezogene Informationen via offene Infrastrukturen für alle zugänglich sind. Offene Forschungsinformationen unterstützen eine verantwortungsvolle und überprüfbare Forschungsbewertung, verbessern die Transparenz bei der Entscheidungsfindung und tragen zu einer gerechteren und inklusiveren Politik bei.
Die vier Verpflichtungen
Als Unterzeichnerin befürwortet die UZH folgende zentrale Verpflichtungen:
- Offenheit als Standard für die von uns genutzten und produzierten Forschungsinformationen etablieren
- Mit Diensten und Systemen zusammenarbeiten, die offene Forschungsinformationen unterstützen
- Die Nachhaltigkeit von Infrastrukturen für offene Forschungsinformationen fördern
- Kollektives Handeln vorantreiben, um den Übergang zu offenen Forschungsinformationen zu beschleunigen
Diese Verpflichtungen ergänzen die Ziele der International Coalition for Advancing Research Assessment (CoARA), deren Agreement on Reforming Research Assessment die UZH ebenfalls unterzeichnet hat. Erst im Juni 2025 hat die Unileitung den UZH-CoARA-Aktionsplan genehmigt. Dieser legt konkrete Schritte zur Förderung einer verantwortungsvollen Forschungsbewertung fest und soll den internen Austausch an unserer Universität fördern.